Der Brief

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Der Brief

Abschnitt 1

(…). Deshalb – sei auf der Hut – mein Prinzchen. Rolf ist, unglaublich wirklich, ein wahrhaft teuflisches Genie.

Allerdings gibt es in den Vereinigten Staaten von Amerika wie auch hier in Europa, in Deutschland gar, nicht nur jene berüchtigten Primitiv-Top-Manager, das solltest Du jedoch jetzt sehr weitsinnig verstehen, nein – es gibt auch Männer und Frauen die als Bosse stark engagiert mit hochintelligentem Wesen, teilweise trotz dieser sicherlich wichtigen Eigenschaften, teilweise aber eben wegen dieser äußerst starken Gegebenheiten, seinen Code oder den Schlüssel, zu seinen ‚Vorhaben‘, einfach nicht kennen, ihn nicht wahrnehmen können, er ist ihnen allen bei weitem über. Lediglich jenen »Schleimscheißern« der schlappen Hinterlist und feige verkommenen Lüge, den verantwortungslosen Charakterheinis der Provenienz der »Vizepräsidenten«, die auf dem Stuhl der Top-Manager ihr unseliges Wesen agieren lassen, nur diesen Typus – fürchtet er, weiß Gott warum.

Es scheint jedoch so, daß all jene Menschen, ob er sie nun fürchtet und ihnen über ist oder ihnen über ist – »meinen« Rolf – trotz seines Code-Schlüssels, nicht – akzeptieren wollen oder können. Rolfs Code-Schlüssel bezüglich des zauberischen Bauplans des Menschen und der damit verbundenen Macht über ihn, ist ein Schlüssel, mein lieber – »noch – naiver« Jan, der alle irdischen Reichtümer – alle, wert ist. Er ist wertvoller, als alles was wertvoll für den Menschen ist. Der – egal welches politische System ihn determiniert, ob Macht, Reichtum, Sex, Religion etc. etc., hielte er diesen merkwürdigen Code-Schlüssel in ‚könnerischen‘ Händen, den gesamten Menschen ganz generell und überhaupt, völlig – in seiner Gewalt hätte.

All diese Leute werden darum gekonnt belogen werden, und zwar ‚auf Teufel komm raus‘. Das, sogar auf ganz normalem Wege, sie werden einfach – belogen werden. Ein recht arrogantes, simples Schema, diese, seine, auch bei intelligenten Menschen angewendete und ihm darum vielleicht gefährlich werden könnende Art, auch also menschliche Würdenträger, zu überwältigen – nicht wahr?!

Zunächst eine Lüge, denkt er, dann – daran anschließend, die erste Intrige, und danach, wie – als sei es zufällig ohne Arglist, das erste Stornieren eines sicheren, auch schon fest eingeplanten, wie immer gearteten, jedoch wichtigen Auftrages – durch Freunde zum Beispiel, die finanziell – zur Creme des Planeten gehören. Ihn – wird das – heben. Er wird angesehen sein –, und gefragt werden – müssen.

So etwas bedeutet zum Beispiel, zumal in den Staaten, dort sogar beinahe generell, ein elend wahnsinniges Loch, ein Loch jedenfalls und zumal bei der Größenordnung seiner jeweils indirekt getätigten Aufträge, in das Portefeuille – des oder der jeweiligen und betroffenen wie prämienabhängigen und ewigen Wirtschaftsbosse oder Manager – zu reißen. Das ist dann aber endlich der Punkt, an dem die Geister sich endgültig scheiden. Ist der Punkt, an dem Deine ganz persönliche Chance, von Dir selbst, rigoros ergriffen werden muß. Ist der Punkt, der diesen wichtigen Männern und Frauen, abverlangen wird, Dich – zu behüten. Wenn nicht gar wegen des vorzüglichen Instinkts dieser Leute, Deine Empfehlung, längst gespielt ist, die Entscheidung, zu Deiner Würdigung, schon einige Zeit vorher geschehen oder gefallen ist.

Dir ist doch klar – oder? Daß zwischen Europa und den Vereinigten Staaten von Amerika ein Wirtschaftskrieg schwelt – und, daß er sogar, seit einiger Zeit zu lodern droht, grundsätzlich jedoch, sowieso immer wieder einmal, und dieses nun sogar schon seit ewigen Zeiten schwlt. Mal also etwas mehr, mal etwas weniger schwelt, je nachdem wie die U. S. A. ihn benötigen, ihn brauchen – oder glauben, ihn gebrauchen zu müssen.

Dort, lieber Jan, gibt es Menschen, die scheuen sich nicht einmal, ganz heiße Kriege – ihrer Wirtschaft wegen, zu arrangieren.

Das oftmals sogar auch, halte Dich fest, um selbst, und nach gelungener, zumeist verdeckter Provokation, dann auch noch direkt dabei mitmischen zu können.

Ebenso glauben diese US-Amerikaner daran, daß durch diese Methoden – die ewige Weltwirtschaft floriert, sie glauben daran, daß der Handelsaustausch flüssiger funktioniert, und zwar ganz sicher so, daß sie selbst ganz bestimmt nicht – zu kurz kommen werden dabei.

Das alles, das ist im Prinzip und nach Rolfs Meinung, völlig o. k. – denn er selbst, er agiert sehr ähnlich.

Jedenfalls tut er das auf geistiger Ebene – seit langem, und die ewigen Erfolge die er genießt bestätigen ihn.

Jetzt aber, mein treuer Sohn, jetzt – ist es passiert, just zu dieser Zeit, seit beinahe präzise drei Monaten, um genau zu sein, ist ein schmutziger Krieg entbrannt. Ein wahrhaft teuflischer – ja höllischer Krieg, ein Krieg wie es ihn, so wie er abläuft, noch niemals zuvor in der Geschichte der Menschheit, gegeben hat.

Das was in den beiden Weltkriegen und in ihren jeweils eigentlichen Vorfeldern, an unseligen politischen Erbärmlichkeiten geschehen ist – und was, ob der Tatsache, das dunkle Kanäle dieses, bis zum heutigen Tage, zumindest offiziell, nicht hergeben, nur einigen wenigen Insidern, die außerdem, und das merke Dir bitte gut, sehr gern eine spezielle Suppe essen, bekannt ist, es war nichts, zumal im Vergleich mit dir und heute, mit dem also, was jetzt, zur Zeit, kriegstechnisch seit genau drei Monaten akut abläuft. Nur wenigen Insidern ist das wie gesagt bekannt, und zwar und nämlich direkt auch aus dieser, vielleicht merkwürdigen, in jedem Falle aber sehr speziellen Suppe – ‚der Wahrheit‘, die diese Leute nur mixen können, sie selbst sagend zumal, selbst auch so bezeichnen. Aus einer merkwürdigen Suppe, mein Junge, die zu einem guten Teil aus einem mörderischen Fisch-Rezept entsteht. Die allerdings vor ihrer, endgültigen Reife, ihrer nunmehr beendeten Entwicklung – bei Rolf, zudem und außerdem, ein oftmals tödliches Erkennungszeichen für Eingeweihte gewesen ist. Ein Erkennungszeichen der Superlative zumal. Die das allerdings sogestalt immer noch ist, weil kein vernünftiger Mensch diese Suppe jemals äße. Nicht – alleine – also ohne Rolfs Mixtur – bemüht zu haben, wie sie u.U. in manchem Restaurant dieser Erde bestellt werden könnte, und auch und schon gar nicht – mit der Rezeptur Rolfs, weil die – wenn überhaupt, nur an ganz speziellen, von ihm und seinem Team ausgesuchten Orten, verinnerlicht werden kann.

Wenn sie heute auch, bedingt durch das Atomzeitalter und der hierdurch bedingten Verbindung, seltsam leicht verbrämt ist, so ist sie dennoch als eine Art Ursuppe der Schlüssel zu allem.

Merke es Dir gut Jan: Das was damals – vor den real »heißen« ‚Welt‘-Kriegen – alles also jeweils geschah, das auch in all seinen anderen, oftmals bislang unerwähnt gebliebenen Folgeerscheinungen wirksam wurde, das ist seit einigen Jahren, seit 1983, um genau zu sein, mit einem starken Höhepunkt sogar in 1991, und nun seit einigen Wochen hochbrisant aktuell geworden, alles, aber auch wirklich alles, nur bloß schlappe Kosmetik noch, gemessen an dem was uns bevorsteht.

Das zumal gemessen – an dem, was nun, in dieser Deiner mühseligen Zeit, auf unserer Erde geschieht und geschehen wird. Denn, mein lieber Junge, wenn ich nicht mehr bin, und Du in einem Alter sein wirst, das etwa zehn Jahre plus oder minus meines momentanen Alters ist, wird »Rolf« die Erde so verändert haben, daß sie ein beängstigendes Gesicht nur noch zeigen wird oder schlimmeres sogar noch in den Annalen eingemeißelt worden sein wird?

Ein Krieg wurde entfesselt. So hatte ich Dir, weiter vorne, gesagt, wie es ihn nie zuvor in der Geschichte der Menschen gegeben hat. Ein Wirtschaftskrieg also, oder – ein, noch – nur bloß, wegen der US-Ökonomie entfesselter „Krieg“.

Ein Krieg jedoch der so gemein ist – in seinen Zielen, daß er alleine schon deswegen der Führung durch kompetente Fachstrategen bedarf, und zwar um ihn sogestalt zu lenken, daß er dem ungeheuerlichen und verderbten Machtanspruch Rolfs ewige Rechnung trägt und wahrlich gar Ozeane leerlaufen könnten, Du würdest das bei ihm nicht einmal als Spur einer inneren Bewegung bemerken. Das sagt natürlich auch, daß ihm äußerlich erst recht – nicht das Geringste, anzumerken ist. Er wird weit über das an sich ja schon unheimliche Gesicht eines perfekten Pokerspielers hinaus, keine Maske tragen, wird wirklich ein offenes und ehrliches Gesicht präsentieren, immer, und immer auch zugleich – überall.

Ja? Dieser unheimliche Krieg jetzt, er ist also gespenstisch.

Er ist für den eigentlichen Normalbürger niemals, in keiner Weise gar, je – begreiflich.

Nur ‚mein harter Rolf‘ und ein paar Eingeweihte, bis zu einem gewissen Grade Eingeweihte, und – ich, nur wir wissen, um die extrem brutale Konsequenz, aus Vergewaltigung, aus Nötigung und Bestechung, aus Erpressung – und, aus der hypnotischen Fessel, wie Rolf (s-)eine furchtbare genetische Waffe, zu nennen pflegt. Eine Fessel, die eigentlich alles verbindet, was es in Kriegen beständig und ansonsten auch, zu verbinden gab und gibt.

Auf beiden Seiten und in allen Richtungen, sei sie beständig das absolut effektive Mittel. Das Mittel, unter welchem man überlebt.

Sie ist das letzte Medium des Lebens, unter welchem man – letztlich sogar, überleben möchte. So sieht und meint Rolf jedenfalls, diese »seine« furchtbar antimenschliche »Maschinerie«, plausibel gemacht zu sein.

Es ist ein Krieg ausgebrochen, mein Sohn, den Europa diesmal gewinnen wird – das, nach scheinbar wirklich maßgeblicher Ansicht Rolfs.

Ein Krieg den Europa diesmal – trotz unfaßlicher Probleme in seiner ökonomischen Struktur, einfach gewinnen muß. Das, weil er nicht heiß im Sinne primitiver Waffengänge ist – nicht heiß werden kann und nicht heiß werden wird. Weil das Bündnis steht, weil die VS treu zu ihm stehen, weil sie keine Handhabe bekommen werden – diesmal, ihn heiß, zu schüren, um ihn dann – in einem eventuellen Präventivzuschlag, zu beginnen.

Das auch, weil sie eigentlich doch so sehr gern‘, ihren bewährten, wolfsähnlich heißen – Generälen, die außerdem wohl immer noch, das Beste, die absolute Elite, im Bereich von Taktik und Strategie – zumal sind, das Beste also, das vorstellbar ist, das Futter Europa geben würden, welches diesen Generalen auch sehr willkommen wäre.

Das natürlich, mein Sohn, weil es diese harten Männer, zusätzlich noch – stärken würde.

Weil es die stark genug machen täte – die europäische Lanze zu brechen, würde man ihnen diesen unheimlichen Krieg reichen, ihn – sich, heiß, zu machen. Diesen Krieg, in dem sie heutezutage – wenn auch nicht bloß alleine, so jedoch dennoch schon stark genug, die absolut ersten Geigen, zu spielen scheinen.

Geigen, die Politiker beraten. Die indes neben aggressiven Vorwärtsstrategien auch das Verhaltene in der Strategie – als Taktik zumal, zu kennen scheinen.

Ja, ja, mein Junge, den ewig starken Generalen Amerikas, denen wäre es recht, wenn besagte Gegenargumente, ihnen, neben etlichen heißeren, auch kostenintensiven Geplänkeln, den heißen Krieg erlaubten, und zwar und wenn Rolfs vertrauliche Notizen keine üblen Tricks an den betreffenden Stellen enthalten, wird er ab dem Jahre 2012 bis zum Jahre 2020 – irgendwann dort also inszenierbar sein.

Er kann zudem und vor allem anderen aber und erst recht darum ’nicht‘ vorher heiß werden – weil Rolf: Der ‚Beherrscher der Welt‘ – also, weil er in Europa, die besseren Toper hat.

Rolf hat die besseren Köpfe – demnach.

Und außerdem kann er auch darum nicht vorher heiß werden, weil – er, Rolf, der wohl beste Ökonomie-Stratege ist, den die Welt jemals gesehen hat – ohne, daß sie das – plastisch, zu wissen hat, eben weil nur er bestimmt, aus diesem ökonomischen Lenken bedingt, wann es denn nun den »heißen Sand« wirklich geben wird. Abgesehen davon, daß das etwas zynisch ist, zynisch allerdings hauptanteilig wohl mehr im Sinne von bissig, nicht unbedingt nur im Sinne von lediglich spöttelnd bloß – und, daß es nur so auch, zumal hier, präzise verstanden werden muß, bin ich nicht einmal völlig sicher, ob es nicht vielleicht doch der Wahrheit entspricht, das – was Rolf denkt, notiert und nicht oder noch nicht sagt?

Ja, mein Junge, nach all dem was ich bis hierher sagen konnte, ist der nun zu erkennende Ansatz meiner Überlegungen, von mir wohl nur als bloß gedacht, zu verstehen. Nichtsdestoweniger indes als obligatorisch sorgenvoll gipfelnde Frage in meinem Wesen verinnerlicht. Ich denke aufgrund diverser, manifester Stellen in Rolfs Notizen: »Daß der Mut und auch die Weitsicht, doch so manches amerikanischen Politikers, frühzeitig noch, die stählernen Weichen hat stellen lassen, die Weichen für einen, im Pentagon nun verschlossenen und geheimen Kriegsplan«. Einem Plan der sich nun lediglich der Ökonomie wegen, gegen Westeuropa entwickelt, der dort im »Top-Secret« Verfahren behandelt, auch die Vorbereitungen inhaltlich vorsieht, die neben der Manipulation der europäischen Finanzen, die Börsen und den Export aller beeinflußbaren Güter auf den Weltmärkten insgesamt determinieren soll. Den – heutigen, momentan verantwortlichen Politikern, gefällt das alles jetzt plötzlich nicht mehr. Da gibt es mittlerweile sogar schon verwirrende öffentliche Dementis, zum Teil sogar als Antworten auf Fragen die kein Europäer je stellte.

Diverse, wahrhaftig unheimliche Gründe, sprechen nach vervollkommneter Ansicht dieser absoluten Top-Leute, ‚mit-einem-mal‘, gegen jenen urgeheimen Kriegsplan, von dem tatsächlich niemand auf der Welt, außer den amerikanischen Planern weiß.

Ein Streich Rolfs!

Und das eigentlich gar nicht einmal urplötzlich – mein lieber.

Ja, Rolfs – auch verborgenes – Machtbewußsein, seine überschlaue Machtstrategie, sie haben ihn zu psychologischen Kapriolen zwingen können, die letztendlich ’seinen‘ geheimen Jahrhundertplan, der in zwei »völligen« oder absolut – gleichen, zeitideologischen Kriegshälften, die auf Dauer anhaltende, völlige Unterwerfung Amerikas erreichen soll, realisierbar machen. Zweimal wird er wie ein unsichtbares Atomgewitter über sie kommen. Zweimal, mein Junge, wird er ihnen die, von ihm, vorprogrammierte Gehirnwäsche bringen, zweimal – wird er alle ihre Ansichten und Werte sogestalt kolportieren, daß sie – die betroffenen Amerikaner also, die in ihnen aufkommenden Zweifel nicht weiter beherrschen können. Zweimal – lieber Jan, wird er ihnen seine politischen Theorien, in der Form seiner strategischen Grundformen – in die Grundlagen ihres Denkens boxen. Eines Denkens, das sie für mehr ansehen, als es lediglich bloß, für die Grundform ihrer Staatsräson zu erachten.

Und nun mein lieber Jan, nun kommt das eigentlich unangenehmste und widerlichste überhaupt – eine Steigerung des Schreckens des Psychoterrors, dem ich beim Lesen seiner Unterlagen ausgesetzt war und noch bin, kann ich mir nicht mehr vorstellen.

Damit Du das bisher Gelesene aber besser verstehen magst, will und muß ich Dir noch sagen, wie – ER, sein Ziel gewinnen wird, und was – er, um es zu erreichen – getan hat.

Dem Rolf ist es gelungen einen potenten Biochemiker an Land zu ziehen. Er braucht ihn – um, in Zusammenarbeit mit Ärzten, Chemikern, seltsamen Biologen, Technikern und Nervenspezialisten, Menschen – zu ‚bauen‘, deren Zustand und Status – nach dem »fesselnden Zeugen«, dem »Geklontsein« entspricht.

D. h., Spezialisten des jetzigen Stabes, dieses Herrn Sulzer, das ist der bekannte Biochemiker und Molekularbiologe – Reginald Sulzer – wenn Dir das vielleicht doch auch etwas mehr sagt? -ist solche, an sich wohl eher göttliche Tat – nur, tatsächlich gelungen.

Deine Universität, in Aachen, mein Sohn, sie ist wie ich sicher weiß, eine Stätte von Weltklasse und Weltformat. Die Möglichkeit also, daß dort – dieser Herr Sulzer, ein durchaus gut bekannter Mann ist, und daß somit auch Du ihn kennst, die ist deshalb nicht mehr von der Hand zu weisen – nicht wahr? Erschrick‘ nicht mein Kind, aber in geheimen Laborversuchen, so leid es mir tut, ich muß es erwähnen, ist es dem ‚Reginald-Sulzer-Team‘ geglückt, wie erstaunlich doch! Auch wenn es jedem einzelnen dieser Labormenschen, zumal – als einzelnem, nicht möglich ist, den kompletten, genetischen Zauberplan, zu erkennen, Menschen also – zu bauen. Nur Rolf weiß entschieden genau, was geschehen war, und nur er weiß, wie der gelungene Bau eines Menschen vonstatten geht. Er weiß, daß alle bisherigen und auch öffentlich bekannten Ergebnisse des Klonens, nun auf den Kopf gestellt sind. Daß sie um ein Vielfaches – nein, um die endgültige Festigung – mit absolut perfekten Ergebnissen revolutionär sind. Denn, Rolf hat schon 1989, die ersten lebensfähigen Kopien des Menschen geschaffen. Also? Erfolgreich klonen bei Rolf, das heißt tatsächlich, ganz normale Menschen zu bauen. Aber nicht nur Menschen, auch Tiere und Pflanzen schafft er, und zwar immer so – als seien es Originale. Seine Idee von der Stammzellenzucht begriff Sulzer als Göttlich, so auch hat er dann kundgetan, daß in ganz naher Zukunft schon – überall auf der Welt an Stammzellen geforscht werden wird. Rolf nahm das zum Anlaß seine Pläne zu erweitern. Er behält die Stammzellenforschung im Auge und immer wenn sie näher, als von Sulzer erlaubt, an seine Erkenntnisse heranreicht, sabotiert er sie. Aber Rolf macht da, im Bereich des Klonens also, noch sehr viel mehr. Selbst der exakte theoretische Plan, für seltenes Ausgestorbene, er steht wahrhaftig, steht mahnmalartig – fest, will aus speziellen Stammzellen spezifischer, heutiger Hühner, einen bestimmten Sauriertypus neu entstehen lassen.

Ein Nebenprodukt bei der klonenden Herstellung von Mensch und Tier, ist dann auch das letzte was ich hier in diesem Brief von mir zu Dir zu berichten habe. Das letzte von dem ich Dir vorerst berichten darf.

Es ist diesen Teufelsleuten nämlich im weiten Verlauf ihres Testens, das zumal durch sehr viele Testreihen hindurch, immer auf dem Sammelsurium der von Rolf und seinen Fachstrategen zusammengetragenen Erkenntnisse basierend, die seit der Steinzeit (auch geheimgehaltene Funde archäologischer Natur) über das Altertum und das MA (nicht nur bloß Alchemisten) bis in die Jetztzeit hinein, geordnet verwaltet werden, etwas Bemerkenswertes in den Schoß gefallen. Etwas das ich, als den ewigen, absolut realen Höhepunkt, ihres elende verdammten Teufelswerkes, bezeichnen muß.

Sie, sind in der Lage Geist zu materialisieren.

Sie können aber außerdem, das ist das Schrecklichste überhaupt, eigentlich materielosen Geist, transformieren und – transferieren. Bislang mein Junge, bislang sind sie die einzigen Wesen dieses Sterns, die zu solch‘ profanem Tun, in der Lage sind.

Im Prinzip heißt das also, daß sie in der Lage sind, auch ihr komplettes – ‚Gehirn-Theoretisch‘, also alles was in und aus ihm entsteht, in andere Menschen – z. B., zu bringen, und das, mit fast allen ihren genetischen Merkmalen.

Rolf, mein Guter, aber nicht nur Rolf, ist also in der Lage Dich, extrem zu beeinflussen. Schon seit geraumer Zeit ist er daran in Arbeit. So hat er garantiert nicht umsonst jene Psychogramme von Dir aufbewahrt, die er nicht alleine darum mit Dir angefertigt hatte, sein Können in den Bereichen der Psychographie unter Beweis zu stellen. In einigen Jahren, will er Dich, ich weiß es genau, komplett ‚übernehmen‘. Durch einen für ihn jetzt, und zudem einfachen, biophysikalischen Trick, ist er unter Beimengung diverser Psychopharmaka und/oder kompliziert erarbeiteter Halluzinogene hierzu im Stande, das, wie er ganz sicher glaubt, denn er hat ja lebende Beweise dafür, daß seine Methoden unendlich sicher wirken – und, er glaubt weiterhin, daß er durch sein Tun zu realer Unsterblichkeit gelangen wird. Zu einer Unsterblichkeit gelangt, die es ihm ermöglicht unerkannt, die Schlüsseljahre 2012 bis 2020 – direkt, mitzugestalten. Auf seine elend ewige und potentielle Unsterblichkeit fußt also sein Horror-Plan, hierauf baut seit Anbeginn seiner analogen Aktivitäten schon sein gesamtes Kartell. Denn, die wichtigsten Leute Europas und der U. S. A., sie werden später ebenfalls, und zwar in einer überaus hochgradig diffizilen Art von elektrisch-elektronischen und chemobiologisch – gemischten Verfahren, zur Unsterblichkeit umgepolt werden.

Sie werden – so unglaublich es ist, unsterblich werden.

Rolf hat die Absicht ein regelrechtes, ungeheuerlich zu nennendes – Herrscherkartell zu schaffen und zu errichten.

Und – Du, Du mein armer Liebling, Du sollst nach den Plänen Rolfs ein Vorreiter, ein armseliger, unselbständiger Wicht, ein Wesen analog der übelmenschlichen Ähnlichkeit zu einem ‚Zoombi‘, ein Sklave also für das Kartell – sein.

Eine Herrscherbrigade will demnach, vorausgesetzt Rolfs Notizen sind keine Farce, erschaffen sein, die für alle Zeiten, für alle planetarischen – Zeiten, genetisch und geistig überlebt.

Die überlebt, mein Sohn, und zwar im Körper eines immer wieder anderen, immer wieder neuen Menschen. Das insgesamt dann auch noch und in etwa so, daß ‚zu guter Letzt‘ sogar der Bestand an ewigem Auskosten von herrlichem Leben, wahrhaft gesichert ist.

Ja höchstwahrscheinlich auf immer sogar, gesichert bleibt.

Mein lieber guter Jan, sei mir bitte nicht allzu böse, aber ich denke, daß ich es nun vorerst bewenden lasse – mit dem, was ich Dir hier zu berichten habe, mit diesen Zeilen demnach.

Deshalb – mein Junge, möchte ich Dich jetzt hier an diesem Schluß, fragen dürfen, ob Du mir eventuell antworten möchtest, und zwar eingeschrieben eigenhändig und mit Rückschein oder ob Du eventuell sogar, zu einem Treffen – mit mir, bereit bist, das zumal dann, wenn wir uns vorher telefonisch abstimmen, vielleicht für einen guten Termin?

Als Deine Mama, bin ich natürlich wie auch immer, und auch wie Du es wünschen könntest – in der Lage, Dir beweisfähige Dokumente zu photographieren.

Abschnitt 2

… eine Welle der Angst zog in ihm auf – ja, er wußte urplötzlich nicht mehr wer er war: »Mein Gott! Was ist los? Gab es vielleicht jemanden in seinem Inneren oder war er einem Zauber, einer unbekannten Droge womöglich – verfallen?«

»Verdammt!«

»Was war los?«

Ein seltsames Unbehagen, ein Gefühl, als hätte ein fremder Geist oder eine fremde Seele, materielos, Besitz von ihm ergriffen – meinte er zu verspüren, und, daß das, was da in ihm wirkte, absolut lebendig war.

»Ja doch – ja, da war etwas? Und(?), das wollte sich seiner bemächtigen!«

»Was sollte er tun?«

»Hm?«

»Vielleicht«, dachte er langsam, »vielleicht sollte er eine scharfe Analyse des Vorgangs, nein, der seltsamen – Vorgänge, wagen?!«

Es war keine Unterhaltung im eigentlichen Sinne, die ‚Mister Jan den Waas‘, der analytischen Durchdringung des Vorgangs, einer überall unumstößlich beschreibenden Beweisaufnahme wegen, mit dem in seinem Gemüt angreifenden, fremden ‚Eindringling‘ anstreben mochte, etwa und womöglich vielleicht sogar so, wie man üblicherweise ein Gespräch, eine Unterhaltung oder Konversation in einem Dialog hat.

»Nein«, dachte Jan, »auch war es kein Selbstgespräch gewesen – oder vielleicht doch?«

»Was also, was war es, das, das er – gerade eben, zu deuten versucht hatte?«

»Nein«, dachte er erneut, »es war das eben erlebte, seltsame ‚Horrorphänomen‘ wohl doch eher und mehr, eine merkwürdige, andere Art von Monolog.«

Denn dieses überaus komische Etwas, da in ihm, dieses fremdartige Gefühl(?), es wollte, so – zumindest, so – hatte es den Anschein, gar nicht bemerkt werden. Eine kleine, ganz kleine Unvorsichtigkeit wohl nur, hatte es verraten. Verraten, als Jan den Waas, gerade eben, in seinen intimsten Gedanken zumal, diverse, wichtige Dinge seines Jobs, durchgegangen war. Ein, wirklich ekelhaftes, fremdes Fühlen, und ein überaus widerliches, unangenehm dummes Tasten, eine sehr, sehr vorsichtige, nicht – zu seiner, zu seiner ihm ureigenen – Motorik, gehörende Bewegung, und ein, jedoch – eigentlich noch recht undeutliches, Verlangen, ein Verlangen nach einer Sache, die er – Jaspan style=“font-size: medium;“«. Einem Plan der sich nun lediglich der Ökonomie wegen, gegen Westeuropa entwickelt, der dort im »Top-Secret« Verfahren behandelt, auch die Vorbereitungen inhaltlich vorsieht, die neben der Manipulation der europäischen Finanzen, die Börsen und den Export aller beeinflußbaren Güter auf den Weltmärkten insgesamt determinieren soll. Den – heutigen, momentan verantwortlichen Politikern, gefällt das alles jetzt plötzlich nicht mehr. Da gibt es mittlerweile sogar schon verwirrende öffentliche Dementis, zum Teil sogar als Antworten auf Fragen die kein Europäer je stellte. n, persönlich, doch schon sehr lange besaß.

Dann, doch noch so etwas, wie – Worte?

»Allerdings schienen es bloß scheinbar unbewußte Gedankenworte gewesen zu sein«, dachte er, »denn noch waren sie eigentlich ’nicht wirklich laut‘ und im Sinne akustischer Wahrnehmung zu verstehen.«

Jans Reaktion aber war – ein wegschiebendes Verlangen, ein: »Verschwinde doch – bitte, gehe – weg – von hier!«

»Was willst du denn überhaupt?«

Und: »Mensch? So etwas gibt es nicht, so etwas kann es nicht geben!«

Dann, ein Reflex (?), eine fühlbare – sehr ängstliche Gemütsbewegung wie es ihm schien, als ‚Antwort‘, sie kam wie in einem Satz: »Das, will auch ich haben!«

»(…?), nicht eigentlich gesprochen«, dachte Jan, »war dieser komische Satz, nicht akustisch artikuliert«, wie ihm schien, »weil, er war nicht akustisch hörbar gewesen – aber, er war dennoch seltsam deutlich, als ein merkwürdig irritierender Fremdgedanke sogar, in seinem eigenen Kopfe, in seinem Hirn, zu erfassen gewesen.«

Hinzugekommen war dann schließlich noch ein unwirklich scheinendes, aggressives, leicht kriminell avisiertes Ziehen, in seinen Leib getreten, ein fremdes Ziehen und Drücken. »Beim Teufel!« Hatte Jan den Waas gedacht, »dieses irre Wesen, es machte den Anschein, als sei es von real männlicher Natur?« Noch einmal spürte Jan sich selbst und noch einmal fühlte er selbst auch, dieses ewig wegschieben wollende Verlangen, diesmal jedoch war es verbunden mit dem Wunsch, den, absolut ’selten amüsanten‘ – Eindringling, zu töten.

Ihn also nicht mehr nur – zu verjagen.

Der Mann oder was auch immer diese schweinische Erscheinung war, er schien ihm keineswegs normal.

Er war ferkelhaft und gemein. Arrogante Coolness vortäuschend, schien er mit seinem Penis zu spielen, »danach sah es jedenfalls aus«, hatte Jan gedacht, »er, Jan – jedenfalls, hatte niemals vorher, jenes gerade eben erlebte Geschehen an seinem Geschlechtsteil verspüren müssen.«

»Das Wesen jedoch, der – fremde Mann(?), es, sie oder er, tat nun so, als wolle er«, Jan entschied sich in maskulinen Formen nun zu denken, »keinerlei Unruhe oder gar Angst zeigen, wie jemand etwa, der sich zu behaupten suchte. So ungefähr jedenfalls, so versuchte er sich«, Jans Ansicht nach, »zu gestalten?«

»Dennoch aber«, war Jan überzeugt, »es war zweifelsfrei und eindeutig direkte Angst – die von ihm – ausging.« Jan fühlte sie – »fremd«, in seinem Körper. Angst, die irgendwie und zudem auch noch wie indirekt zielgerichtet, auf Jan übertragen werden wollte. »Jedoch wieso? Jedoch weshalb? Was wollte – ‚er‘, denn bloß von ihm!? Warum tat diese Erscheinung das? Und wie war es möglich, daß er – Jan, dessen Angst fühlte, sie außerdem, als indirekte Abgabe an – ihn selbst, das schien ihm absolut gesicherte Wahrheit zu sein – empfand?«

Darum versuchte er ‚ihn‘ nun – einzuschüchtern, ‚denn wenn er schon in Angst war‘, dachte Jan, ‚dann würde er womöglich nun bald, von ihm – Jan, ablassen, das zumal, wenn ihm starke zusätzliche Angst – diesmal jedoch aus Jan heraus und umgekehrt provoziert, auf direktem umgekehrten Wege also wie zudem aber auch noch echt bewußt, projiziert wurde‘: »Was willst Du so von mir Du elendes Schwein?!« Dachte Jan, voller fähiger intellektueller Kraft, direkt in seinem Hirn zielgerichtet, dachte er, mit der schärfsten, der extremsten Kraft, die er sich bis dahin überhaupt vorzustellen imstande war.

Überraschenderweise konnte Jan aber, sehr bald schon – feststellen, daß sein Versuch gelang. »Was willst Du von …!« Hatte er mit relativ kräftiger Denkmaterie gedacht – völlig bewußt. Er schob diese Denk-Materie gar gegen sein Spiegelbild, gegen den Spiegel, vor dem er, bis auf die Unterhose entkleidet, gesessen war, als es passierte.

Aus dem Bad war er gekommen, frisch gemacht hatte er sich, den Schweiß der Tagesarbeit hatte er sich von seinem herrlichen, sehr schönen und durchtrainierten, muskulösen Körper gewaschen. Den ewigen Schweiß also.

Damit gleichzeitig dann aber auch, wie er lächelnd gedacht hatte, den üblen Schweißgeruch. Den Geruch, der ihn so grausig doch störte. Auch die bleierne Müdigkeit, die durch harte, 19 Std. währende Arbeit, entstanden war, badete er sich weitestgehend zumal, aus den schweren Gliedern. Mann oh Mann, so hatte er doch recht nachdenklich gegrinst, was war er doch geschafft gewesen. Und jetzt, erst ganz kurz in der Erholungsphase, nun – also, dieses seltsame ferkelige Phänomen!

Seine Firma, das will sagen, die Firma ‚Toronto Medical and Laboratory Technology‘ in der er seit kurzem, seine kaufmännischen Qualitäten unter Beweis zu stellen hatte, die ihn nun also als Manager in einer hochrangigen Position beschäftigte, seine neue Firma also, diese Firma in der man qualifizierte Forschungs- und Entwicklungsergebnisse, die von simplen Medikamenten allgemein-medizinischer Art über das Medikament gegen psychogenen Kopfschmerz und eine beachtliche Anzahl hochwertigster Psychopharmaka, hin zu hochwertigen Maschinen und Geräten der modernen Medizin – aus den eigenen Labors, Konstruktionsbüros und Fertigungsstätten, in eine schier konkurrenzlos arbeitende Produktion zu geben verstand, sie, verlangte sein Bestes. Sein Allerbestes. Und dafür drückten sie ihn dort auch ganz gewaltig in den versprochenen Stand. Denn – sie wollten ihn. Wollten den europäischen Mann, der von der Universität in Aachen und aus Frankfurt kam. Wollten ihn, vielleicht doch merkwürdigerweise, ganz allein, wollten nur ihn. Er war schon ein wenig verwunderte darüber, ja – ihn wunderte das ein bißchen. Das wiederum war kaum nur ein Wunder, konnte für niemanden eigentlich verwunderlich sein, denn die Anforderungen waren tatsächlich für drei hochkarätig elitäre Manager gut. Waren sogar für drei Harvard-Absolventen noch immer stark genug.

Ihm aber – ihm hatten sie den Job alleine – zugetraut.

Sie hatten es im Kreise aller Verantwortlichen gesagt. Jan sah noch immer den riesigen Konferenzraum in dem die Abschlußbesprechungen zu seinem Vertrag stattgefunden hatten, sah vor seinem geistigen Auge die Männer und Frauen der Firma, dir dort etwas zu sagen hatten, wußte genau, daß alle ihn beobachteten, sah noch die bohrenden Blicke der Zweifler zu ihm, sah aber auch die freundlichen Blicke der Zustimmung, sah Sympathie und Wohlwollen, hatte stark den Eindruck, daß man ihm Glück wünschen täte. Und wußte, daß sie mit ihrem Leiter des Verkaufs einen Manager in der Spitze des Konzerns hatten der neben dem Chef des Marketings über den Prokurastatus verfügte. Einem Status den man bei den Vorverhandlungen auch ihm in Aussicht zu stellen vermochte. Doch, Jan wußte, daß ‚Mort Hansen‘ kein Glücksritter sein mochte, als er seine, Jans Unterschrift unter dem schwer erarbeiteten Vertrag in einer Laudatio die eher einem Statement ähnelte, zu würdigen in der Lage war. Hansen hatte während dieser letzten Konferenz neben ‚John Steiner‘ gesessen, einem ‚John Steiner‘, der den momentanen Turnus, als Präsident innehatte, und als nämlicher auch dort in der Konferenz fungierte, und er hatte stark akzentuiert, überaus deutlich, auf die überhohe Verantwortung Jans hingewiesen, einer Verantwortung die Jan mit seiner Unterschrift, als übernommen, bestätigt hatte. Die wichtigsten Charaktere, der dort anwesenden Persönlichkeiten, der hochrangig anwesenden Firmenglieder also, waren geradezu lauernd während all der dort ablaufenden Prozeduren gewesen. Sogestalt jedenfalls haben sie Jans Reaktionen zu analysieren versucht. ‚Kurz und gut‘, dachte Jan, er wurde eingestellt. Ihn nahmen sie. Nur ihn. Obwohl aus den VS, tatsächlich drei mal drei – erstklassige Manager unter den Bewerbern vorstellig gewesen sind, ’na klar‘, dachte er, sie mußten ihrer eigenen Spielregeln wegen, trotz des Angebots an ihn, das ihn vor einigen Wochen durch ‚Mort Hansen‘ in Montreal gemacht worden war, einem »Mort Hansen«, der mit »John Steiner« diesbezüglich unter einer Decke zu stecken schien, mit einer nachfolgenden, wie neutral wirkenden Ausschreibung, ihren beobachteten Pflichten genüge tun. Sie beauftragten die »Personalabteilung« so, daß deren anschließend, zu tätigende Ausschreibung – weltweit, Beachtung zu finden hatte und bemühten sich gleichzeitig darum, in Vorstand und Aufsichtsrat nicht alleine für Stimmung in bezug auf Jan nur – zu sorgen. Jan hatte bemerkt, daß diese beiden Manager ihre Probleme, nur ihm anvertrauen mochten. Damit aber war ihm bewußt, daß hier etwas gespielt wurde, das bei weitem über das was er wußte oder auch nur ahnte hinauszugehen schien. (…).

Eine Ausarbeitung wollten sie.

Eine Ausarbeitung, die eine sich anbahnende Tragödie abwenden helfen sollte. Jan – mußte sie machen, nur Jan, zu dem absolutest relevanten Thema der Firma dieser Zeit, das zudem, eindeutig definiert, in der Marketingdivision gründete. Im Augenblick zumal, dort also anhängig gemacht war, weil eine unerklärliche ‚Umsatzstagnation‘ – den ‚Divisionsleader‘ und Präsidenten, dessen Steckenpferd das Marketing ist, so forderte, daß nicht bloß sein Stuhl wackeln täte, würde das Ganze aufgedeckt werden.

Jan hatte also ein analytisch durchdachtes, detailliert begründetes, aussagefähiges Gutachten – zu erstellen. Und sollte natürlich erste Vorschläge in ihm machen, wie denn Vorgänge – zu inszenieren wären, die den Realzustand relativieren täten, auch weil sie angewendet, mit Sicherheit, den Erfolg den es brauchte bringen würden.

Aber – trotz eines immensen Arbeitseinsatzes, von etwas mehr als neunzehn Stunden sogar, war es ihm nicht einhundertprozentig klar geworden, weshalb eigentlich dieser Umsatz, künftig sogar noch stärker, als bisher, hypothetisch und zunächst linear erst-einmal nur berechnet, absolut rückläufig demnach, noch zu werden drohte? Daß einige, »hauseigene Sparten«, nur etwas anders organisiert werden müssten, um wie vor drei Jahren, effektiv in den ökonomischen Haushaltsplänen der Firma zu sein, würde er ja wohl beweisen können, und daß mehrere regional unterschiedliche Versuche auf dem Kontinent verteilt, diverse neuartige Preismodelle vorstellen sollten wohl auch. Er würde nicht alleine nur anhand der Ideen der Cournotschen Preisformen die nicht bloß am Cournotschen Punkt errechnet wären, klarstellen können, das ihm gute Noten gebührten, nein, da würde man sicher gemeinsam die Oper besuchen ihre diversen Dollarnoten effektiv effizient gewinnbringend – zu tauschen. Denn – daß er imstande ist, der Firma die Einzigartigkeit in Nordamerika herbeizuführen, die anhand des ‚monopolartigen Charakters‘ den sein Können im Markt involvieren täte, ganz alleine für sich schon, die visionäre Sicht uneingeschränkter wirtschaftlicher Macht zu ließe, bedeutet vergleichsweise besser zu sein, als Paganini etwa, Rossini, Putschini, Vivaldi etc.. ‚Wie aber‘, so fragte er sich still am Rande von Zweifeln, ‚hebelte er denn nun nur noch diesen grausamen Bericht aus. Jenen geradezu perfiden Bericht, den der WirtschaftsprüfungsunternehmerLéonDelacroix beinahe infam antisozial gegen »John Steiner« zusammengestellt hatte?‘ Dort ist sehr seltsam die Rede von persönlicher Vorteilnahme, davon, daß diesem Manager in Doppelfunktion sehr viel, ja – zu viel Geld – geradezu hinterher geworfen wurde. Da ist die Rede davon, daß dieser Manager dennoch mindestens 107 Millionen Dollar Schulden bei »Nobby & Barnes« dem Bankhaus der Superlative habe – einem Bankhaus, das von zwei ausgefuchsten Finanzmanagern geführt wird, die sich neben den normalen Geschäften ihrer Bank mit Investmentfonts umgeben. Investmentfonds die im Stile jenes legendären »Berni Cornfelds« etwa, unternehmenslustig waren. Und da ist die Rede davon, daß »Steiner« mit mindestens 11 weiteren Verdienstquellen Geld macht, die unter sehr merkwürdigen Zusammenhängen miteinander verquickt, zu sein – scheinen.

Jan wollte sich nicht weiter mit dem was er in dem Bericht des Wirtschaftsprüfers ansonsten noch anzumerken und zu beraten hätte aufhalten, er wußte instinktiv, daß er der richtige Mann war Steiner herauszuhauen und das sollte hier erst-einmal langen. Daneben aber war ihm noch etwas aufgefallen, unglaublich, er – hatte an Rolf denken müssen.

Abschnitt 3

»Diese Klausel ohne Neuverhandlung Ihres Vertrages nur von ihrer Seite her abzulehnen – würde ich erst dann raten, wenn sie all das wissen, was wir – von ihnen wollen. Denn ansonsten gingen Sie möglicherweise ganz grundsätzlich Ihrer – Prokura verlustig!«

‚Hier stimmt was nicht, hier stimmt etwas ganz und gar nicht!?‘ Entgeistert dachte Jan, daß er träume. ‚Was – sollte er tun, anrufen? Bei seinem Chef, bei John Steiner anrufen, aber – das war doch gar nicht möglich, wer war hier verrückt?‘ Warnsignale entstanden erneut und jetzt sogar zum zweiten Male in ihm: ‚In wenigen Minuten würde er John treffen. Das, und einige weitere Details seiner augenblicklichen Interna wußte der Besucher offenbar nicht. Hier spielt der Teufel oder die sind aus dem Irrenhaus. Aber auch ich selbst könnte handelnd ohne es zu bemerken unter der Ägide einer desolaten Psyche stehen? Ich bin erneut gestreßt, und das‘, dachte er erschrocken, ‚in so sehr kurzen Zeitabständen direkt hintereinander. Denn da war ja schließlich auch noch die übelarge, noch völlig unverdaute Spiegel-Episode, und nun und zudem diese Männer? Wenn die also wirklich vom Präsidenten kamen, dann mußten die doch wissen, daß er noch gar kein funktionstüchtiges Telefon hatte‘

Sein Innenleben schien ihm indes und trotz allem noch intakt – jedoch klingelten Signale. Er aber ließ diese ‚Warnungen‘ nicht nach außen durchscheinen.

Er war ein Mann:

»Herr Maxwell«, sagte er darum nach kurzem Überlegen, »sie scherzen! Sie können mich doch jetzt nicht bitten in der Firma anzurufen – jetzt, um diese Zeit!?« – »Aber mein lieber Herr den Waas«, lachte Maxwell triumphierend, »und ob ich das kann. Ich denke sogar, daß man das von ihnen erwartet!«

»Aber«, grinste Jan schier bösartig nun, »das kann nicht ihr Ernst sein, Herr Steiner ist doch jetzt gar nicht im Betrieb. Er ist meines Wissens gar nicht mal in Toronto am heutigen Tage!«

Maxwell wurde blaß. Sein Begleiter schaute entgeistert zu ihm hin und es entfuhr ihm dabei – ein überaus bösartig scheinendes: »Was verd…, was hast du vermasselt?!« – »Augenblick mal, meine Herren.« So versuchte Maxwell nun die heikle Situation zu retten, sie zu meistern. Seine Gedanken rasten. Er wußte darum sofort, daß sein gewagtes Spiel nun auf des Messers Schneide stand. Aber er war insgesamt doch informiert genug, um seinen gewagten, als Bluff enttarnten Vorstoß, ihre Reputation auszuweisen, relativieren zu können: »Einen Augenblick mal bitte«, wiederholte er sich, leicht sarkastisch wirkend, »ich kann das so – wie Herr den Waas es ausdrückte – nicht glauben. Denn wegen der Relevanz dieser Angelegenheit hier – hat Steiner doch seinen Kurzurlaub kurzfristig verschoben. Wann, mein lieber Herr den Waas, wann sprachen sie zuletzt mit ihm und wieso wissen sie, daß Steiner nicht zu Hause ist?« – »Gestern habe ich ihn am frühen Morgen um ziemlich genau 09:00 h, hier in diesen Räumen zuletzt gesehen. Ich bin mit ihm die einzelnen Punkte einer, aus Marketinggründen verfehlten Umsatzstrategie in ihren Hauptgliederungen noch einmal durchgegangen, zumindest diskutierten wir anreißend, einige Strategien. Wir besichtigten diese Büro-Wohnung, und beendeten dann die Formalitäten für den Schlüssel. Bei dieser Gelegenheit sprach ‚John Steiner‘ davon, daß er am heutigen Nachmittag an den Ontario-See müsse, seine Yacht – herzurichten, die er ab Donnerstag – mit Ehefrau und Tochter, für ein verlängertes Weekend und Fahrten über den St. Lorenz-Strom, den Ontario und den Erie-See hin nach Detroit – zu nutzen gedachte. Eine anstrengende Route«, murmelte Jan – nachdenklich leiser werdend. Um dann aber umgehend, sich etwas aufrichtend und wieder mit einer sehr seriösen normalen Stimme weiterzusprechen: »Sehr viel Wasser wäre da zu befahren, waren seine abschließenden Worte, Worte indes mit welchen er dann noch ein abschließendes Thema das uns bewegt tangierte. Er riß dabei noch ganz kurz, das Gebiet an, das nächsten Monat selbständige Provinz sein wird, mit der wir indes von Kanada aus über neun Prozent der Süßwasservorräte der Erde verfügen werden.

»Wir haben noch so sehr viel gemeinsame Projekte in petto, daß ich ganz sicher bin, daß der Präsident nicht bluffte oder spaßig – etwa – flunkerte!«

»Ich bin das auch«, grinste Maxwell despektierlich, während er schamlos einen seiner Fingernägel anzuknabbern begann, »und denke zudem, daß Herr Steiner sie bewußt und richtig informiert hat. Aber wie ich ihn kenne, hat er sicher aus Gründen der Geheimhaltung, ihnen gegenüber nicht erwähnt, daß er am heutigen Abend, nur für uns, unserem Anliegen, und für Sie, in seinem Büro und zurück sein wird. Allerdings wird er in der kommenden Nacht wiederum zurück sein – an den Ontario, um ab diesen Donnerstag dann, wie Sie schon richtig sagten, mit Frau und Tochter zusammen, nach Detroit zu tuckern!«

‚Ich spiele sein Spiel‘, dachte Jan lässig grinsend, ‚aber ich muß sehr wohl – sehr vorsichtig sein(!)‘:

»Herr Maxwell«, sagte er darum recht kühl, »sie hörten, daß ich erst kurz in der Firma bin, genau genommen erst seit gestern, daß ich von Montreal kommend, noch nicht sehr lange in Toronto bin, und daß ich diese Räume erst und seit präzise genau fünfunddreißig Stunden bewohne. Was sie noch nicht wissen wie mir scheint, ist, daß ich seit einigen Minuten einer der direkt mitarbeitenden Prokuristen und Vizepräsidenten in Wartestellung auf den Wechsel in das periodisch von uns drei Prokuristen zu wechselnde Amt des Präsidenten meiner Firma – hier, in Toronto bin!«

»Was«, verdutzte sich Maxwell, wie bitte, heute ist Mittwoch, und sie haben doch schon am vorigen Freitag der vergangenen Woche ihren Vertrag unterschrieben?!« – »Nun«, lächelte Jan maliziös, »wissen sie es oder wissen sie es nicht? Das ist durchaus nicht egal. Denn, sie haben richtig vernommen. Und im Übrigen, müßten meine Partner in unserem Konzern eigentlich, ihren Leuten in Kalifornien bei deren Anfrage für diesen Termin, doch die entsprechenden wichtigen Informationen zu übermitteln, in der Lage gewesen sein!?« – »Äh, mmh – ja doch, ja natürlich!« Stotterte Maxwell wie konsterniert, »aber – was hat das mit unseren momentanen Problemen zu tun? Ich bitte sie dringend um klare Auskunft, Herr den Waas!«

Bevor Jan jedoch antworten konnte, mischte sich der dritte aus diesem merkwürdigen Bunde ein: »Einen Augenblick mal, bitte«, sagte der Begleiter Maxwell’s, er nahm zum ersten Mal das Wort, »ich erlaube mir hierzu zu bemerken, daß Kalifornien uns beide, Herrn Maxwell und mich, überhaupt gar nicht dahingehend informieren hat müssen. Denn was für unser Gespräch mit Ihnen wichtig ist, das gaben unsere Herren in Kalifornien uns mit auf den Weg. Unsere drei Direktoren wissen natürlich all das, was Sie da erzählten, aber – diese fähigen Männer denken sicher auch, daß wir vor Ort, nicht alles wissen müssen. Denn auch für uns gilt der Grundsatz unserer Herren, was wer nicht weiß, das macht ihn auch nicht heiß.« Der Begleiter Maxwells, der Mann der sich Jan beim Hereinkommen mit dem Namen Tukker vorgestellt hatte, grinste schier diabolisch, als er triumphierend wie es Jan schien fortfuhr: »Das heißt, wegen der bedrängten Situation, in der wir uns mit einem bestimmten medizinischen Top-Produkt, auch wegen des Einstiegs in den Weltmarkt befinden, einem Produkt gegen AIDS, ein Mittel von dem wir annehmen, daß es uns, da wir sowieso über die die Marktstrukturen verfügen, und auch über die erforderliche, einstiegsfördernde Infrastruktur verfügen, in die Verkaufsspitze für AIDS-Medikamente der Welt und überhaupt bringen wird.« – »Was …«, sagte Jan – ruhiger werdend, »erzählen Sie mir da? Es gibt keine aktuellen Kontakte unsererseits zu Firmen die Konkurrenzprodukte gegen uns herstellen!« – »Wir haben auch dafür gesorgt, daß die – für alle Fälle denkbaren, entsprechenden Abschottungen ziehen, und weiterhin ziehen werden. Wir sind soweit auch fertig, lediglich ein Umstand nur, bereitet uns allergrößte Kopfschmerzen. Wir brauchen eine ihrer Spezialmaschinen, denn nur mit diesem Gerät wird die Produktion des Mittels seinen 100prozentigen Erfolg zeitigen. Mit dem nun und mit Ihrer Hilfe anstehenden gezielten wie überraschenden Schwerpunkt Einsatz, wollen wir, gemeinsame Sache machend, unser Produkt in die absolute Verkaufsspitze des Planeten bringen.« – »Sie wollen mir weismachen, daß ich nichts davon weiß, daß mit mir ein großer Konzern kontaktet, um eines der wichtigsten Mittel der Menschheit sauber genug herstellen zu können, dessen Wirkung gegen AIDS sich erst durch meine Maschinen entfalten?«

»Nun – ja«, zögerte Tukker, »ja – doch, ja – sicher, irgendwie ist das – angesichts der verzwickten momentanen Situation wohl tatsächlich so – wie Sie es ausdrückten. Unsere Hauptverwaltung brachte diesen Kontakt zu ihnen – in erster Linie wegen des Ernstes der Lage in der wir alle uns deutlich befinden zustande. Und um den Firmenzweig von “medical technology & medical engineering Incorporation“ – unserer Firma also,hier in Toronto – diverse, ja präzise definierte Türen, zu ihnen persönlich, zu öffnen! – So, Herr den Waas, mischte Maxwell sich erneut in das Gespräch, »mein Begleiter Herr Tukker ist o. k. – er sprach wahr, und er ist neben der Tatsache, daß er unserer Geheimhaltungspflichten wegen, trotz seiner gehobenen administrativen Stellung bei uns, als der Fahrer unseres Transportwagens, ein absolut hervorragendes Timing – zu absolvieren weiß – ein außerordentlich guter Personalverwaltungsfachmann. Ein Mann, auf den man sich verlassen kann, der durch seine vielseitige Art, unnötiges und damit risikoreiches Personal außen vor lassen kann. Er – lieber Herr den Waas, ist ein Mensch der ganz genau weiß, warum er – mit mir – hier bei ihnen zugegen ist!«

Maxwell hatte wie beschwörend gesprochen, Jan war entgeistert, aber er ließ sich nichts anmerken, ‚beide‘, dachte er, ’spielen falsch, und beide versuchen sie sich gegenseitig bei mir auszustechen, Maxwell versucht das bei Tukker sogar äußerst intelligent‘, sagen tat Jan jedoch folgendes: »Nach alldem was ich bis hierher von ihnen beiden vernommen habe – glaube ich, daß es tatsächlich eine hochbrisante Bedeutung hat, daß sie hier sind.«

»Sehr gut.« Sagten Maxwell und Tukker wie aus einem Munde.

»Natürlich verstehe ich noch nicht vollkommen«, lächelte Jan in die Runde, »warum neben Ihrem Wunsch diverse meiner Maschinen nutzen zu dürfen, eine Passage in meinem Prokura-Abschluß, sie – den überaus weiten Weg – hierher, zu mir, hat machen lassen. Doch glaube ich nun gerne daran, daß sie mir das auch noch erklären werden.« Jan tat so, als sei er ein wenig indisponiert, als er nach einer kurzen Unterbrechung sagte: »Bitte, gedulden sie sich doch einen Moment. Einen Augenblick. Ich bin gleich zurück!«

Jan stand auf, um durch die weite Diele, den langen Flur – ins Bad zu gelangen. Nicht alleine indes – sein Bedürfnis, sich mit kaltem Wasser einen klaren Kopf zu besorgen, bewegten ihn in sein Bad. Er mochte außerdem noch etwas ganz anderes dort tun:

»Verzeihen sie mir«, sagte er plötzlich – sich noch einmal zurückwendend, und wie als schaue er sinnend zu den beiden Männern zurück, »daß ich ihnen noch nichts angeboten habe, aber der Whiskey den ich gestern mitbrachte, ist mir völlig durchgegangen. Es ist indes ein excellenter schottischer – meine Herren. Er steht auf dem Sideboard. Bitte, bedienen sie sich doch schon einmal selbst. Bedienen Sie sich an ihm, wie Sie es für richtig halten.« Lächelnd setze er und galant wirkend, nun erst, seinen Weg ins Bad fort.

Ihm war warm, sehr warm, das empfand er nicht nur der Jahreszeit wegen, als äußerst ungewöhnlich. ‚Kaltes Wasser mußte her!‘ So dachte er still, wenig vergnügt nur, allerdings doch allzu treffend.

Sein Gesicht zu kühlen, seinen heißgelaufenen Kopf, das würde ihn fürs erste bestimmt so beruhigen, daß er wieder normale Denkfunktionen hätte, aber seine Gedanken waren zugleich noch bei den beiden seltsamen Männern in seinem Wohnzimmer, sie ließen sich nicht abschalten, der Streßfaktor blieb. ‚Fremde‘, dachte er nicht ohne Sorge, ‚die ihn nun doch hoffentlich entschuldigt hatten.‘

Seine Gedanken kreisten um Maxwell und Tukker, ‚der Whisky‘, dachte er müde, würde sie vielleicht doch entschädigen, und wäre es auch nur für die kurze Zeit, in der er hier Beruhigung suchte?‘

Aber auch jetzt ließ diese Begegnung ihn denken und denken: ‚Eine Visitenkarte aus Titan? Na so etwas?! Na ja, federleicht, jedoch sehr stabil – eigentlich eine Spielerei der Techniker. Aber – nur hochqualifizierte Techniker gaben gelegentlich so etwas bei und zu ihrer Bekanntmachung aus? Solche Leute taten das auch dann, wenn das was sie überreichten, schön war und Werbewirksam wie nützlich zugleich.‘ Er hatte so etwas schon einmal gehört jedoch gesehen hatte er in seinem beruflichen Leben so etwas noch nicht – in der Praxis jedenfalls nicht, wenn es wen also überreicht wurde. ‚Der Verdacht‘, so bemerkte mit sanfter Zaghaftigkeit, ‚daß es sich bei dieser Platte, gleichzeitig auch um eine Art Ausweiskarte handeln könnte, er verstärkt sich noch in einer anderen Richtung.‘ Jan glaubte nämlich bald schon, daß es sich bei dieser rechteckigen, hauchdünnen Metallkarte, womöglich und in Wirklichkeit um eine Karte mit noch einigen anderen Funktionen handeln könnte. Der Verdacht jedenfalls, drängte sich ihm nicht alleine nur wegen der ihm bekannten, auch magnetischen und elektrischen Eigenschaften des Elements Titan auf.

‚Ja!‘ Lächelte er noch nicht unter dem Druck des Wassers empfindend, ’so wird …? Nein so muß es sicher sein!‘

Sein untrüglicher, tausendfach schon erprobter Instinkt, sagte es ihm: ‚Sie ist zu noch etwas anderem da. Sie muß neben ihrer Funktion zur Übermittlung unzerstörbarer – persönlicher Daten, zugleich auch noch etwas anderes können.

‚Sie ist ein direkter Logik-Schlüssel vielleicht?‘

Jan war fasziniert, sein technisches Verständnis hatte er von Techniker-Kollegen, mit welchen er nicht alleine nur g emeinsam auch studierte: ‚Eine ganz besondere, geheime, wie vielleicht auch codierte, ja‘, lächelte er seinem Gesicht im Spiegel zu, ‚eine besondere und außergewöhnliche Kennmarke, sollte es denn tatsächlich so, wie er vermutete sein, wird sie wohl und codiert auch sein. Eine Kennmarke – die spezifischen Eingeweihten womöglich, in speziellen Belangen zumal, ganz bestimmte Möglichkeiten gibt. Möglichkeiten, die andere Menschen nicht besitzen?‘

Er drehte den Hahn auf – rein bildlich nur, denn in Wahrheit gab er dem Badezimmer-Computer über Knopfdruck den Bade-Wasser-Marsch-Befehl.

Über einen Knopf, verborgen – in der hölzernen Leiste unterhalb des Spiegels. Einer Leiste, des mit Edelholz getäfelten Bades.

© Copyright – Bernhard Malinkewitz